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Krakau/Kazimierz

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Krakau/Kazimierz
WoiwodschaftKleinpolen
Einwohnerzahl
Höhe
Lagekarte von Polen
Lagekarte von Polen
Krakau/Kazimierz

Kazimierz (deutsch: Kasimir) ist ein Stadtteil von Krakau. Er war bis zur Eingemeindung 1800 eine eigene Stadt, die auf einer großen Insel zwischen zwei Armen der Weichsel lag (der nördliche Weichselarm wurde im 19. Jahrhundert zugeschüttet und die Dietl-Allee an seiner Stelle angelegt). Kazimierz beinhaltete eine große jüdische Siedlung und war jahrhundertelang eines der wichtigsten kulturellen und religiösen Zentren der Juden in Polen.

Sehenswert sind insbesondere seine jüdischen Baudenkmäler aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, aber auch backsteingotische Hallenkirchen. Nach der Auslöschung der jüdischen Gemeinde im Zweiten Weltkrieg verfiel der Stadtteil, wurde aber seit den 1980er-Jahren wieder „entdeckt“. Seither entwickelte sich der Stadtteil zum jungen und „hippen“ Ausgehviertel. Viele Studenten wohnen hier aufgrund der niedrigen Mietpreise und der Nähe zum Universitätscampus in der Altstadt.

Hintergrund

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Der Stadtteil Kazimierz war einst wie das gleichnamig weichselabwärts gelegene Kazimierz Dolny eine selbstständige Stadt. In Kasimir gab es früher einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Das ehemalige jüdische Viertel ist heute überwiegend saniert und zu einem Anziehungspunkt für Besucher geworden. Der Regisseur Steven Spielberg drehte seinen Film Schindlers Liste an Originalschauplätzen. Die Alte Synagoge in der ul. Szeroka 24 beherbergt ein Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Aufwändig saniert wurde in jüngster Zeit die herrlich ausgemalte Tempel-Synagoge. In dem Viertel gibt es mehrere jüdische Restaurants, in denen abends Klezmer-Gruppen auftreten. In der ul. Meisela 17 öffnete ein Zentrum für jüdische Kultur, das auch Führungen und Seminare organisiert. Es gibt sieben Synagogen und viele weiter jüdische rituelle Gebäude sowie zwei jüdische Friedhöfe, wobei auf einem noch viele Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert erhalten sind.

Anreise

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Karte
Karte von Kazimierz

Der Stadtteil liegt wenige hundert Meter südlich der Altstadt und des Wawel. Mit dem südlichen Stadtteil Podgórze auf der anderen Weichselseite ist er über mehrere Brücken verbunden. Anreisen kann man mit öffentlichen Verkehrmitteln, mit dem Auto, per Pedes oder mit dem Ausflugsschiff/Wassertram.

Die Straßenbahnlinien 6, 8, 10 und 13 fahren auf der ulica Krakowska durch den Westen von Kazimierz, die Linien 3, 17, 19 und 24 auf der Starowiślna im Osten und die Linien 22 und 52 auf der Dietla am Nordrand des Stadtteils. Das Zentrum von Kazimierz erreicht man am bequemsten über die Haltestellen 1 Miodowa, 2 Stradom oder 3 Plac Wolnica.

Die Linie 3 fährt auf direktem Wege vom Hauptbahnhof (Haltestelle an der Westseite vor dem Einkaufszentrum Galeria Krakowska, nicht im Stadtbahntunnel unter dem Bahnhof) nach Kazimierz. Man kann vom Hauptbahnhof auch die unterirdischen Stadtbahnlinien nehmen, muss dann aber am etwas unübersichtlichen Rondo Grzegórzeckie nochmal umsteigen, in die 17, 19 oder 22.

Vom Flughafen Krakau-Balice „Johannes Paul II.“ fährt im Halbstundentakt die Buslinie 252, mit der man bis zum Centrum Kongresowe ICE fahren kann (Fahrtzeit rund 30 Minuten). Dieses befindet sich am gegenüberliegenden Ufer der Weichsel. Dort kann man am Rondo Grunwaldzkie in die Straßenbahnlinien 18, 22 oder 52 umsteigen und bis Stradom fahren. Die Umsteigeverbindung ist jedoch etwas unbequem, zwischen Bus- und Tramhaltestelle liegen gut 100 Meter Laufweg. Liegt das Ziel im Westen von Kazimierz und hat man nur leichtes Gepäck, kann man auch schlicht zu Fuß über die Brücke (Most Grunwaldzki) gehen und dabei den Blick auf den Wawel und die Paulinerbasilika genießen.

Sehenswürdigkeiten

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Touristische Routen

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Einer der Drehorte von Schindlers Liste
  • Weg der jüdischen Baudenkmäler – Der östliche Teil von Kazimierz war ab dem 15. Jahrhundert eine jüdische Siedlung, die durch eine eigene Mauer vom christlichen Teil getrennt war. Das ehemalige jüdische Viertel ist heute überwiegend saniert und zu einem Anziehungspunkt für Besucher geworden. Der Regisseur Steven Spielberg drehte seinen Film Schindlers Liste nicht in Podgórze, wohin die Juden 1941 vertrieben worden waren, sondern in Kazimierz, weil er hier mehr unveränderte Bausubstanz fand, die sich als Kulissen eigneten. Die Alte Synagoge in der ul. Szeroka 24 beherbergt ein Museum für jüdische Geschichte und Kultur. Die herrlich ausgemalte Tempelsynagoge wurde von 1996 bis 2002 aufwändig saniert. In dem Viertel gibt es mehrere jüdische Restaurants, in denen abends Klezmer-Gruppen auftreten. In der ul. Meisela 17 öffnete ein Zentrum für jüdische Kultur, das auch Führungen und Seminare organisiert.
    Es gibt sieben Synagogen und viele weiter jüdische rituelle Gebäude sowie zwei jüdische Friedhöfe, wobei auf einem noch viele Grabsteine aus dem 16. Jahrhundert erhalten sind. Der Weg der jüdischen Baudenkmäler beginnt am Neuen Jüdischen Friedhof und führt auf die Breite Straße, einen mittelalterlichen Platz, um dem herum sich das jüdische Leben in Krakau formierte. Hier befindet sich u.a. die Alte Synagoge, die Poper-Synagoge und die Remuh-Synagoge, alle drei aus der Renaissance, sowie der jüdische Remuh-Friedhof mit dem Grabmal des viel verehrten Rabbi Moses Iserlech aus dem 16. Jahrhundert. Von diesem Platz führt der Weg zur Spätrenaissance Hohen Synagoge von 1590 und den Barocksynagogen Kupa und Isaak. Die letzte Synagoge Tempel auf dem Weg ist aus der Mitte des 19 Jahrhunderts. Am Ende des Weges kommt man an das Zentrum für Jüdische Kultur.

Plätze

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Ulica Szeroka
  • . Mittelalterlicher Marktplatz, der ab der Gründung der Stadt Kazimierz im 14. Jahrhundert deren Zentrum bildete. Der Name Wolnica leitet sich von wolny („frei“) ab und bezieht sich auf das historische Privileg zum freien Handel. Hier steht die Fronleichnamsbasilika, die wichtigste katholische Pfarrkirche von Kazimierz.
  • . Eigentlich eher ein langgezogener Platz, der sich an seinem Nordende verbreitert. Hier war seit dem Mittelalter das Zentrum des Dorfes Bawół, das 1340 in die Stadt Kazimierz einbezogen wurde, deshalb wird der südliche Teil auch Plac Bawół genannt. Im Spätmittelalter wurde es zum Mittelpunkt des jüdischen Teils von Kazimierz. Um den Platz stehen drei Synagogen (früher waren es noch mehr) und die große Mikwe. Die Grünfläche im nördlichen Teil war der älteste jüdische Friedhof von Kazimierz. Die Fläche ist von einem Zaun in Form siebenarmiger Leuchter umgeben. Haus Nr. 14 ist das Geburtshaus von Helena Rubinstein, die in Amerika zu großem Ruhm als Kosmetikproduzentin kam. Auf dem Platz findet traditionell das Abschlusskonzert des alljährlichen Jüdischen Kulturfestivals statt.
  • . Platz im Zentrum des jüdischen Teils von Kazimierz. Er wurde Anfang des 19. Jahrhundert anstelle des früheren Libuszhof angelegt (damit ist er im Vergleich zu den sehr alten Strukturen in Kazimierz „neu“). In der Mitte des Platzes befindet sich ein runder Flachbau (Okrąglak), von den Einheimischen auch rondel („Kochtopf“) genannt. Dieser war einst ein jüdischer Schlachthof für Geflügel. Später wurde er zur Markthalle umgewandelt, heute beherbergt er Imbisstände, die bis in die Nacht geöffnet haben.

Kirchen und Klöster

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  • . Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit Stilelementen der Gotik und des Barock. In der Krypta befindet sich seit den 1880er-Jahren eine Art Pantheon verdienter Polen, hier liegen z. B. der spätmittelalterliche Diplomat und Chronist Jan Długosz, der Schriftsteller Józef Ignacy Kraszewski, die Künstler Stanisław Wyspiański und Karol Szymanowski sowie der Literaturnobelpreisträger Czesław Miłosz begraben.

Synagogen

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Friedhöfe

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weltliche Baudenkmäler

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Museen

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Aktivitäten

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Einkaufen

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Es gibt zahlreiche Tante-Emma-Läden und ein größes Einkaufszentrum Galeria Kazimierz.

Küche

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Günstig

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Am Plac Nowy gibt es zahlreiche Imbisstände, insbesondere für Zapiekanki (überbackene Baguettes), aber auch Bratwurst, Kebap usw.

Mittel

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Gehoben

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Eisdiele

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Nachtleben

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Nachtleben am Plac Nowy

Hier ist man genau richtig, wenn man abends und nachts lange ausgehen will.

Unterkunft

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Siehe den entsprechenden Abschnitt im Stadtartikel Krakau.

Literatur

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